Streuobstsorte des Jahres 2016

08.02.2017

Die "Ulmer Butterbirne"

  Die Arbeitsgruppe Streuobst im LOGL hat für 2016 die Ulmer Butterbirne als Streuobstsorte des Jahres ausgewählt. Sie wurde 1957 bereits im vom Verlag Ulmer verlegten Sortenbüchlein „Farbtafeln der Birnensorten beschrieben, herausgegeben von Verbandsdirektor Josef Seitzer, württembergischer Obstbauverband.   Interessant ist, dass im Gegensatz zu anderen, einschlägigen Literaturquellen die Sorte von Seitzer als sehr schorfanfällig beschrieben wird.   Die Birne stammt ursprünglich aus der Ulmer Gegend in der Nähe von Albeck im Alb-Donau-Kreis. Daher wird sich auch als Albecker oder Albecker Butterbirne bezeichnet.   Die Frucht ist klein bis mittelgroß und rundlich bis eiförmig. Die Grundfarbe wirkt erst hellgrün und verwandelt sich mit zunehmender Reife in ein helles leicht grünliches Gelb. Auf der Sonnenseite kann sie sich intensiv rot einfärben, so dass eine hübsche, gelbrote Frucht entsteht. Der Fruchtstiel ist lang, dünn und etwas gebogen und wirkt wie aufgesetzt oder aufgesteckt. Das Fruchtfleisch ist weißlich, saftig, schmelzend, süß und leicht würzig.   Die Pflückreife ist aber Ende September bis Mitte Oktober. Durch ihre Druckempfindlichkeit und kurze Lagerdauer muss die Birne relativ rasch verzehrt oder verarbeitet werden. Die Sorte ist fruchtbar mit guten Erträgen und leichter Neigung zur Alternanz.   Die Ulmer Butterbirne kann als Tafelbirne, für Kompottherstellung und zum Dörren Verwendung finden. Für den Erwerbsobstbau hat sie keine Bedeutung. Abgesehen von der möglichen Schorfempfindlichkeit in typischen Schorflagen ist die Birne für den Liebhaber- und Streuobstbau auch in etwas raueren Klimaregionen geeignet. Sie stellt relativ geringe Ansprüche an den Standort und ist ausreichend frosthart im Holz. Der Baum ist anfangs eher schwächer wachsend, bildet aber mit der Zeit auf stärker wachsenden Unterlagen auch große Kronen. Die Kronenform ist zuerst hochgebaut, wirkt aber durch überhängende Zweige mit der Zeit eher breiter.   Rolf Heinzelmann

Quelle von Text und Bild sowie weitere Infos: LOGL

 

 

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